Schwierigkeiten in der Erziehung oder in der Schule werden oftmals vorschnell an dem Charakter eines Kindes fest gemacht.
Nicht selten gehen Eltern und Lehrer davon aus, dass ein Problem mit einem Kind dann behoben sei, wenn das Kind sein Fehlverhalten einsieht und - im Idealfall - anschließend einstellt.

Probleme mit Kindern gehen jedoch über eine bloße Änderung des kindlichen Fehlverhaltens hinaus. Kinder ändern sich in der Regel nicht, wenn man ihnen sagt, sie mögen sich ändern. Kinder ändern sich, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, unter denen sie leben.

In der Entwicklungstherapie werden Erziehungsschwierigkeiten als ein Gleichnis für die Wirklichkeitsbehandlung der Eltern verstanden.

Da die Eltern (und Lehrer) als die eigentlichen "Erziehungsprofis" über die Nöte ihrer Kinder zumeist weit besser "im Bilde" sind als die Kinder selber, ergibt sich ein therapeutischer Kontakt zu Schülern mit Schulschwierigkeiten - paradoxerweise - häufig am direktesten mit den bzw. über die Eltern.